Kaum eine andere Pflichtaufgabe wird von Unternehmern so sehr gefürchtet wie die Steuererklärung. Die Unsicherheit unter Selbstständigen ist groß: Soll ich die Steuerklärung selber machen oder einem Steuerbüro überlassen? Das sind nur zwei von zahlreichen Möglichkeiten, die sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Klar ist: Der Verdienstausfall durch den zeitlichen Aufwand darf die tatsächlichen Kosten nicht überschreiten. Und je größer das Unternehmen wird, desto professioneller sollten die Steuerfragen geregelt werden. Das Team von Gewerbe-anmelden.com stellt die verschiedenen Optionen bei der Steuererklärung vor und überlegt, wie sich die lästige Pflicht möglichst ökonomisch erledigen lässt.

Steuererklärung selber machen: Opportunitätskosten beachten

Die Steuererklärung selber zu machen ist zunächst einmal mit keinerlei Kosten verbunden. Allerdings muss aus unternehmerischer Sicht natürlich der Zeitaufwand betrachtet werden – der Selbstständige kann währenddessen in seinem Hauptgeschäft keine Einnahmen erzielen. Die sogenannten Opportunitätskosten sind also unter Umständen höher als die Kosten für einen fachlichen Beistand.

Die Steuererklärung muss nicht per Hand, sondern kann auch mit dem kostenlosen Programm Elster-Formular ausgefüllt werden. Als Unternehmer sollte man jedoch nicht an der falschen Stelle sparen. Wer sich in dem Berg von Formularen nicht zurechtfindet, sollte besser auf ein kostenpflichtiges Steuerhilfeprogramm zurückgreifen, mit dem er die Steuererklärung selber machen kann. Die geringen Kosten werden meistens durch die einfache Anwendung und die zusätzliche Hilfe kompensiert. Ein günstiges, aber leichter zu bedienendes Programme ist Steuer Easy zum Preis von 15 Euro. In einem Test auf chip.de belegt das WISO Steuersparbuch für 35 Euro den ersten Platz.

Eine weitere günstige Alternative ist es, einen fachlich versierten Bekannten mit der Steuererklärung zu beauftragen. Dieser erledigt die Pflicht beim Fiskus meistens zum Freundschaftspreis, muss aber vorweisen können, dass er steuerliche Beratung geben darf. Ferner ist auch zu beachten, dass der Unternehmer selbst für eventuelle Fehler finanziell geradestehen muss.

Steuerklärung im Steuerbüro nicht die einzige Alternative

Kleinunternehmer, die bekanntlich keine Umsatzsteuer ausweisen müssen, können ihre Steuererklärung oftmals genauso gut selber machen wie nebengewerblich Tätige. Jedoch wird es immer schwieriger, je mehr das eigene Unternehmen wächst. Mit einer zunehmenden Professionalisierung des Betriebs sollten auch die Steuerfragen professionalisiert werden. Hält sich der Selbstständige an diese Faustregel, hat er folgende Alternativen:

Der Unternehmer sucht ein Steuerbüro auf. In erster Linie kommt dafür der klassische Steuerberater in Frage. Wenn ein Profi beauftragt wird, ist der Unternehmer rechtlich auf der sicheren Seite. Im Übrigen muss dafür nicht zwangsläufig ein Steuerbüro aufgesucht werden – eine ausschließliche Online-Steuerberatung ist oftmals günstiger als die Hilfe vor Ort. Dafür ist ein persönlicher Ansprechpartner eine Vertrauensperson, welche Sicherheit vermittelt.

Auch viele Unternehmensberater sind übrigens geeignet, insofern sie eine entsprechende Qualifikation als Steuerberater vorweisen können. Das hat den Vorteil, dass der Fachmann bei einer bereits bestehenden Kooperation bestens über die wirtschaftlichen Voraussetzungen Bescheid weiß. Ein ähnlich ganzheitlicher Ansatz liegt in der Beauftragung eines Buchführungsbüros. Der verantwortliche Buchführer darf aber nur eine Steuerklärung für den Unternehmer abgeben, wenn er als Steuerberater, Rechtsanwalt, vereidigter Buchprüfer oder Wirtschaftsprüfer anerkannt ist.

Wie hoch die Kosten für die Steuerberatung sind, lässt sich ungefähr mit einem solchen Online-Rechner abschätze. Praktisch ist, dass sich die Beratungskosten für Steuerfragen wiederum in der Regel in geringem Maße von der Steuer absetzen lassen. Darunter fallen zum Beispiel auch die Wege zu einem Steuerberater oder die Kosten für eine Online-Steuerberatung.